Jascha Rohr

Philosoph und Feld-Prozess-Designer

Willkommen

…auf meinem Blog!

Hier veröffentliche ich Texte, Gedanken und Fundstücke. Die Texte changieren zwischen akademischer Arbeit, philosophischen Essays und dem, was ich wildes Denken nenne, weil es sich keiner Form und keinen Standards unterwirft. Insofern sind diese Texte Grenzgänge und erkunden, getrieben von anarchistischen Utopien und dem Wunsch nach einer anderen, besseren Welt, mit transzendentaler Hoffnung und einer Werte betonenden Grundhaltung die Felder und Prozesse in die mich mein Leben wirft.

Ich habe diesen Blog erst kürzlich wieder reaktiviert, daher sind die meisten Beiträge schon fast 10 Jahre alt. Ich werde mich bemühen den Blog schon bald mit aktuellen Texten zu ergänzen.

Das Institut für Partizipatives Gestalten finden Sie hier. Ich wünsche viel Spaß und Interesse,

Welcome to my personal blog, where you find articles, thoughts and musings from my professional and personal life. You can find the Institute for Participatory Design here. All the best

jascha rohr

Resonanz und Kokreation

Unsere Beziehung zur Welt prägt, wie wir die Welten, in denen wir Leben und Arbeiten wollen, gestalten.

Jascha Rohr
Oldenburg, Huntlosen; 10.12.2017

„Meine These ist, dass es im Leben auf die Qualität der Weltbeziehung ankommt, das heißt auf die Art und Weise, in der wir als Subjekte Welt erfahren und in der wir zur Welt Stellung nehmen; auf die Qualität der Weltaneigung.“ (Rosa, 2016a) S.19

Eintauchen

Da wir selbst es sind, die die (Um-)Welten gestalten in denen wir leben, sollten wir davon ausgehen, dass wir dies in einer Weise tun, um in diesen Welten glücklich, gesund, ausgeglichen, kreativ und zufrieden werden; um lebendig sein zu können. Eine von Menschen gestaltete Stadt, so könne man annehmen, wäre dann ein für die Menschen idealer Lebensraum, der Ihnen Schutz, Nahrung, Gemeinschaft und kreative Betätigung ermöglicht. Ein Arbeitsgebäude wäre dann ein Ort, der angenehm, ästhetisch ansprechend und gesundheitsfördernd wäre und uns räumlich in unseren produktiven und kreativen Aktivitäten unterstützt. Eine Organisation, die von Menschen geschaffen wäre, so sollte man annehmen, könne nichts anderes sein, als ein Zusammenschluss von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen und die sich optimale Strukturen schaffen, um dieses Ziele gemeinsam zu erreichen. Ein Planet, der von Menschen bewohnt und von Ihnen gestaltet wird, müsste ein Lebensraum sein, auf dem die Menschen sich symbiotisch optimale Lebensbedingungen schaffen, Lebendigkeit fördern und die Lebenssysteme, von denen sie abhängen, schützen, pflegen und behutsam verbessern.

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Die Kokreative Kommune

von Jascha Rohr (06/18)

Unser Verständnis was eine Kommune ist, ist ständig im Wandel. War es im Mittelalter eine Schutzgemeinschaft gegen äußere Bedrohungen und im Kaiserreich eine patriarchal -autoritäre Lokalregierung, ist das Bild der Kommune seit den 90er Jahren von einem ganz speziellen Leitbild geprägt: dem des New Public Management, in Deutschland auch als Neues Steuerungsmodell bekannt. Vereinfacht gesagt bedeutet dieses Leitbild, dass wir eine Kommune wie ein Unternehmen betrachten. Bürger sind Kunden, die Politik ist die strategische Unternehmensführung, Verwaltungen sind die operationalen Dienstleistungsabteilungen. Steuerung und Management sind die wichtigsten Begriffe, die kommunales Handeln beschreiben. Dieses Leitbild wirkt sich auf unser Zusammenleben aus.

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Bitcoins, Litecoins und Ethereums

Ich versuche gerade den Unterschied zwischen Bitcoins, Litecoins und Ethereums zu verstehen. Ich finde das unglaublich spannend. Während sich seit Jahren diverse Regionalwährungsinitiativen mit selbstgebastelten Scheinchen und Exceltabellen darum bemühen, andere Tauschsysteme neben den üblichen Währungen zu entwickeln, bahnt sich hier eine Revolution an vor der die Banken eigentlich mal zittern sollten. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass die Technologie ebenso von Coporates und Regierungen gekapert wird wie das Internet. Und was ich nicht kapiere: welche sozialen und ökologischen Implikationen haben Cryptocurrencies? Sind sie designt um mehr ökosoziale Gerechtigkeit zu ermöglichen oder sind sie einfach der nächste Schritt im Turbokapitalismus? Und wenn zweiteres – ginge das nicht auch anders? Wie auch immer. Ich bin überzeugt davon, dass die Zukunft des Zahlens digital sein wird. Davor sollte auch die alternative, grüne, globalisierungskritische Szene nicht die Augen verschließen. Hier rollt eine riesen Transformationswelle auf uns zu und die ökosozialen Bewegungen kapieren es noch nicht. Also: Brains einschalten und vielleicht mal drangehen einen Gaiacoin zu schaffen. Und sagt mal, ist es wirklich nötig , dass das Mining so viel Strom verbraucht?

Wenn ich mehr weiß, poste ich mehr.

Lesenotiz: Christian Felber – Die innere Stimme

Es wurde Zeit sich mit Christian Felber zu beschäftigen. Zu häufig fällt der Name mittlerweile nicht nur in Szenekreisen (Linke, Ökos, Anthros) sondern mittlerweile auch in stärker mit dem Mainstream verbundenen Kontexten. Drei Bücher habe ich bestellt: „Gemeinwohlökonomie“ (2010), „Ethischer Welthandel“ (2017) und das kleine Büchlein: „Die innere Stimme“ (2015).

Mit Letzterem habe ich meine Lektüre begonnen, weil ich mir davon versprochen habe, mehr über den Menschen und die Intention Christian Felbers zu erfahren, bevor ich mich mit seinen politischen Gedanken beschäftige.

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Fake News erkennen

Mit einfachen Kriterien Klarheit erlangen

Letzte Woche kam unsere Tochter aus der Schule. Sie hatte in Werte und Normen gelernt, dass alle Nachrichten, die wir lesen, nur von wenigen Agenturen geschrieben werden, und dass wir auf diese Weise mit Falschinformationen versorgt werden. Als Quelle für diesen Unterricht gab der Lehrer eine neu veröffentlichte Studie „Der Propaganda-Multilikator“ an (dazu in nächsten Beitrag mehr).

Was auf den ersten Blick wie wohlmeinende Medienaufklärung eines engagierten Lehrers klang, entpuppte sich bei näherem Nachfragen, Nachlesen und Recherchieren selbst als Propaganda und Fake, die der Lehrer wahrscheinlich nicht als solche erkannt hatte. Unsere Tochter war verwirrt: auch Sie hatte von Fake-News gehört und war nun schwer verunsichert, wem sie was überhaupt noch glauben kann. Wenn nicht mal die Schule im Stande ist, ihr eine klare Orientierung zu geben um zwischen richtig und falsch zu unterscheiden, ist die Desorientierung groß.

Ich möchte in diesem Beitrag allen, die momentan verunsichert sind, einfache Kriterien vermitteln für sich selbst zu entscheiden, wem man glauben kann. Im nächsten Beitrag werde ich mir die oben genannte Studie an Hand dieser Kriterien und weiterer Aspekte vornehmen. Ich freue mich wenn dieser Text geteilt wird und vielleicht auch anderen Eltern hilft, ihren Kindern eine entsprechende Medienorientierung zu vermitteln.

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Das Wald-Kommune Modell

Der Wald als Modell für nachhaltige und
 lebendige Kommunen

Jaschas Rohr, IPG

Der folgende Text und die Graphik sind eine Ausarbeitung und Weiterentwicklung der Ergebnisse eine Arbeitsgruppe „kommunale Infrastruktur“ der Gartower Oktobergespräche 2013. Der Artikel wurde in der Tagungsdokumentation zu den Gartower Oktobergesprächen 2013 veröffentlicht.

Modell Wald?

Wenn die Frage gestellt ist, was die Gesellschaft vom Wald lernen kann und dieses Wissen auf kommunale Infrastruktur übertragen werden soll, dann liegt es auf der Hand, die Analogie zwischen Wald und Kommune in aller Konsequenz zu denken.

 
waldkommune

 

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Kollaborative Demokratie – konzeptionelle Grundlagen

21.3.2012 Jascha Rohr

In den letzten Monaten gab es viele Anfragen, Nachfragen und Diskussionen darüber, wie Kollaborative Demokratie praktisch funktionieren könne und umzusetzen sei. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass an vielen Stellen des Konzeptes Klärungsbedarf besteht und dass viele Fragen noch offen und unbeantwortet sind. Häufig wurde das Konzept der Kollaborativen Demokratie mit schon vorhandenen Demokratiemodellen verglichen oder gleichgesetzt, wobei für mich entscheidende Merkmale und Qualitäten des Konzeptes verloren gingen.

In diesem Grundlagentext möchte ich daher die wichtigen Eckpunkte der Kollaborativen Demokratie beschreiben, die meines Erachtens zentral für dieses Konzept sind.

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Grün ist nicht gleich Gelb!

Warum sich das grüne Mem fälschlicherweise als integral versteht.

Ich sag`s gleich vorweg: ich bin kein „true believer“ der integralen Theorie. Ich sehe sie als ein theoretisches Modell, das in einigen Bereichen erstaunlich einfache aber erklärungsmächtige Analysen liefern kann. Darüber hinaus ist es ein leicht zu merkendes Hilfsmittel, um bestimmte Geisteshaltungen und Weltsichten zu klassifizieren und in Beziehung zueinander zu setzen. Viele Aspekte der integralen Theorie und im Besonderen der Spiral Dynamics helfen mir immer wieder, mich in sehr diversen Kontexten sehr schnell zu orientieren und die richtigen Kommunikationsmittel zu wählen.

Trotzdem ist die Theorie der Spiral Dynamics für mich keine Beschreibung der Realität, sondern ein performatives Modell, das bestimmte Akte, Kompetenzen und Haltungen unter bestimmten begrifflichen Kategorien versammelt. Sie ist eine Strukturierung und eingreifende Normierung bestimmter Weltverständnisse und damit sowohl ein analytisches als auch ein Bedeutung erzeugendes Werkzeug.

Am meisten gefallen mir an Spiral Dynamics die farbenfrohen Diskussionen, die immer irgendwo zwischen Stereotypen, Vorurteilen und Hierarchisierungen einerseits und sehr intelligenten, tiefgründigen Analysen andererseits changieren. Ich nehme sie daher sowohl mit Augenzwinkern und Vorsicht, als auch mit Freude und Einsicht auf.

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Etwas politische Bildung für alle die meinen Brief an Frauke Petry nicht mögen

Ich habe überwiegend positive bis enthusiastische Kommentare auf meinen Brief an Frauke Petry erhalten (auf Facebook) aber, interessanterweise auf dem Oya-Blog auch welche, die die AfD verteidigen und meine Werte und Intentionen in Frage stellen. Seltsam! Aber diese Gespräche führe ich in letzter Zeit öfter und ich finde, es ist an der Zeit für etwas demokratische Basisbildung und Staatsbürgerschaftskunde:

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Ein Brief an Frauke Petry

Heute musste ich einfach diesen Brief an Frauke Petry schreiben:

Liebe Frauke Petry,

eigentlich macht es wahrscheinlich gar keinen Sinn an Dich zu schreiben, aber ich wüsste nicht an wen ich sonst schreiben soll. Von denen, an die ich mich richte, bist Du mir noch am nächsten. Vielleicht weil Du in dem gleichen Land lebst wie ich, ich traue mich gar nicht zu schreiben: weil Du auch Deutsche bist. Vielleicht schreibe ich Dir, weil ich von Dir besonders viel in den Nachrichten lese, vielleicht aber auch weil ich immer wieder Bilder von Dir sehe und denke: Du siehst eigentlich ganz nett aus, ein bisschen verbissen vielleicht, aber doch jung und engagiert. Mit ziemlicher Sicherheit bist Du auch nicht dumm und unter denen, an die ich mich heute wenden will, traue ich Dir am meisten Intelligenz und Reflexionsvermögen zu. Ich traue Dir zu, dass Du Dich auseinandersetzen kannst und Dich nicht nur einfach nur plump verschließt. Ich weiß es nicht. Ich folge einfach meiner Intuition und schreibe Dir. Aber genauso gut könnte ich an Geert Wilders, an Recep Tayyip Erdogan oder Wladimir Putin, an Boris Johnson oder Marine Le Pen schreiben. Und natürlich an Donald Trump. Und ja, auch an einen Pierre Vogel. Und eigentlich müsste ich an alle schreiben, die die AfD und vergleichbare Parteien wählen, an die Menschen, die zu Pegida Demonstrationen gehen, oder Frau Clinton als Hure beschimpfen, an diejenigen, die die Säuberungen in der Türkei durchführen, an die, die ohne Abzeichen in der Ukraine kämpfen, an die, die Fassbomben auf Zivilisten werfen und an die, die für den IS kämpfen und Terror verbreiten. Aber ich schreibe an Dich, weil ich irgendwie denke: Du bist gebildet, Du hast mit einem Pastor zusammen gelebt. Du kannst vielleicht von all denen, die ich aufgezählt habe noch am ehesten verstehen, was ich sagen und fragen möchte.

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Real macht Permakultur

Wie geil, wie geil, wie geil! Real macht Permakultur! Ich lach mir nen Ast, nachdem IKEA Balkongärten entdeckt hat real.de/permakultur.ht…

Rio, wir werden Dich nie vergessen!

Rio, wir werden Dich nie vergessen! Remake: Wann? (2016) youtu.be/YM9MjKyg1e8 via @YouTube

© 2018 Jascha Rohr

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